Was ist MiCA? Der EU-Rechtsrahmen für Krypto-Assets
Die Verordnung über Märkte für Kryptowerte (Markets in Crypto-Assets Regulation, MiCA) ist der wegweisende, umfassende Regulierungsrahmen der Europäischen Union für Krypto-Assets, deren Emittenten und die Dienstleister, die sie handeln, verwahren und verwalten. Im Jahr 2023 verabschiedet und bis 2024 schrittweise in Kraft getreten, repräsentiert MiCA den weltweit umfassendsten Regulierungsrahmen auf Jurisdiktionsebene für Krypto-Assets — einheitliche Rechtsvorschriften für alle 27 EU-Mitgliedstaaten. Vor MiCA war die Krypto-Regulierung in Europa fragmentiert: Deutschland hatte seinen eigenen VASP-Rahmen (Kryptoverwahrgeschäft nach KWG), Frankreich sein PSAN-System, Malta seinen VFA Act. MiCA ersetzt dieses Flickenwerk durch einen einheitlichen Pass: Eine CASP-Zulassung in einem EU-Mitgliedstaat ermöglicht die Erbringung von Dienstleistungen im gesamten EU-Binnenmarkt ohne zusätzliche nationale Lizenzierungen.
MiCAs Regulierungsumfang erfasst drei Kategorien von Krypto-Assets: Asset-Referenced Tokens (ARTs) — Stablecoins, die durch Körbe aus Vermögenswerten oder Währungen gedeckt sind; Electronic Money Tokens (EMTs) — Stablecoins, die an eine einzelne Fiatwährung gekoppelt sind; sowie eine breite Kategorie „sonstige Krypto-Assets“, die Utility Tokens, Governance Tokens und die meisten anderen Nicht-Wertpapier-Krypto-Assets umfasst. Sicherheitstoken, die als Finanzinstrumente unter MiFID II qualifizieren, verbleiben außerhalb des MiCA-Anwendungsbereichs.
Der Umsetzungszeitplan: Regeln für ARTs und EMTs traten im Juni 2024 in Kraft; Regeln für CASPs und Utility Tokens traten im Dezember 2024 in Kraft. Damit sind seit Anfang 2025 alle Unternehmen, die Krypto-Asset-Dienstleistungen für EU-Ansässige anbieten — ob innerhalb oder außerhalb der EU ansässig — den MiCA-Anforderungen unterworfen.